Erfahrungsorientiertes Lernen (EOL)

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Erfahrungsorientiertes Lernen (EOL)

8 PLUS
Veröffentlicht von 8 PLUS/G. Berg in Teambonding · Samstag 25 Nov 2023
Erfahrungsorientiertes Lernen
 
Für das Lernen sind Worte allein eigentlich ein nur eingeschränktes Medium. Die aktuellen Forschungsergebnisse aus der Hirnforschung und Neurodidaktik zeigen dies eindeutig.
 
 
Ungleich mehr Potenzial beinhalten handlungs- und körperbezogene Lern- und Trainingsinhalte. Erlebnisinitiierte Emotionen, Aktivierung, Reflexion und vor allem Erfahrung - dabei werden alle Sinne des Lernenden und Übenden angesprochen.
 
Exakt dies ist die Basis einer Methode mit neurowissenschaftlichem Hintergrund: das erfahrungsorientierte Lernen – kurz EOL.
 
Gerade für die Personalentwicklung und im Teambildungsprozess ist dies ein Ansatz, der Wissenstransfer nachhaltiger und schneller möglich macht.
 
 

Die Idee hinter dieser aktuellen Lernmethode
 
Erfahrungsorientiertes Lernen ist ein didaktisches Modell, das beim Lernen eine gekünstelte Lernumgebung herabsetzt und auf konkrete Erfahrungen mit realen Charakteren setzt.
 
 
Dieser Lernansatz basiert auf der Annahme, dass die praktische Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt erst ein sinnstiftendes und effektives Lernen ermöglicht. Bei erfahrungsorientierten Lernaufgaben steht grundsätzlich der Lernende im Mittelpunkt. Dies ist eine besondere Form situierten Lernens.
 
 
 

Die vier Phasen der Lernreihe
 
Erfahrungsorientiertes Lernen ist in seiner Struktur in der Regel in vier Phasen unterteilt, welche sich jeweils einem spezifischen Lernstil zuordnen lassen.
 
 
1. Phase: Konkrete Erfahrungen mit Echtcharakter; bildet innerhalb des Modells den Ausgangspunkt von Lernprozessen.
 
·      Der bevorzugte Lernstil nach David Kolb: Divergierer = EntdeckerIn (weisen eine große Vorstellungskraft auf).
 
 
2. Phase: Beobachtung und Reflexion; die/der Lernende beobachtet noch einmal das Erlebte. Es wird mental durchgespielt bzw. reflektiert, auf welchen Ursachen die gemachte Erfahrung beruht.
 
·      Der bevorzugter Lernstil nach David Kolb: Assimilierer = DenkerIn (erzeugen gerne theoretische Modelle).
 
 
3. Phase: Abstrakte Begriffe bilden; jetzt werden die aus der Erfahrung gewonnenen Erkenntnisse in Wissen transferiert. Die Abstrahierung der konkreten Erfahrung lässt Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden Grundsätze zu, was in einer thematischen Generalisierung mündet. Die Erkenntnisse können jetzt auch auf andere Situationen übertragen werden. Das bedeutet, dass in dieser Phase die konkrete Erfahrung tatsächlichen Einfluss auf das Wissen der/des Lernenden nimmt.
 
·      Der bevorzugter Lernstil nach David Kolb: Konvergierer = EntscheiderIn (stark in der Ausführung von Ideen).
 
 
4. Phase: Aktives Experimentieren; hier steht das Handeln der/des Lernenden im Fokus. Als Handelnder experimentieren Sie jetzt aktiv mit Ihrem neu erworbenen Wissen im Rahmen realer Situationen. Als Nebeneffekt macht der Lernende hier weitere konkrete Erfahrungen. Das führt ihn wieder zur 1. Phase und ein neuer Durchlauf startet.
 
·      Der bevorzugter Lernstil nach David Kolb: Akkommodierer = MacherIn (neigen zu intuitiven Problemlösungen).
 
 

Erfahrungsorientiertes Lernen wird für Unternehmen immer wichtiger
 
In der Erwachsenenbildung nimmt EOL einen immer größeren Stellenwert ein. Auch die Wirtschaft ist auf diese moderne Lernphilosophie aufmerksam geworden. Viele Unternehmen integrieren mittlerweile das erfahrungsorientierte Lernen in das Portfolio der Personalentwicklungsmaßnahmen. Eine Begründung hierfür liegt unter anderem in technisch-produktiven Veränderungen und der Digitalisierung in den meisten Branchen, welche zu einem inhaltlich veränderten Anforderungsprofil zahlreicher Mitarbeiter führen.
 
 
Dabei steigen sowohl Abstraktionsgrad als auch Komplexität der beruflichen Tätigkeit. Dadurch erfordern viele Arbeitsaufgaben mehr bzw. neues Wissen. Zum anderen geht der Trend immer weiter in Richtung prozessorientiertem Arbeiten. Das führt dazu, dass die fachlichen und inhaltlichen Voraussetzungen steigen. Gleichzeitig sind immer mehr soziale und personale Fähigkeiten gefordert. Herkömmliche Qualifizierungskonzepte und Weiterbildungsmaßnahmen greifen hier nicht mehr, da sie andere inhaltliche Schwerpunkte setzen.
 
 
Ob Teambuilding, Teambonding oder Firmenevent mit Trainingscharakter - erfahrungsorientiertes Lernen mit aktiven Handlungen und Spaß bringen Ihre MitarbeiterInnen dagegen schneller und nachhaltiger auf ein höheres Wissens- und Interaktionslevel.


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