Assessment Center

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8 PLUS
Veröffentlicht von 8 PLUS/G. Berg in Assessment · Freitag 16 Feb 2024
Tags: AssessmentCenter
Assessment Center
Ein überlegt aufgesetzter Bewerbungs­prozess soll beiden Seiten Auf­schluss darüber geben, ob und wie ein Be­werber zur jeweiligen Stelle passt. Das Assessment Center kann dabei eine wichtige Rolle spielen, denn Talente unter­ziehen sich hier einer intensiven und viel­seitigen Prüfung ihrer persönlichen und fach­lichen Kompetenzen. Der damit verbundene Auf­wand ist zwar hoch, allerdings erhalten Unter­nehmen vielfältige Informationen und können sich einen intensiven Ein­druck zur Taug­lichkeit von Bewerbern ver­schaffen - und somit den Erfolg einer Personal­entscheidung beeinflussen.

Was genau ist ein Assessment Center (AC)?
Das englische Wort 'Assessment' lässt sich über­setzen mit Bewertung, Fest­stellung oder Ein­schätzung - daraus leitet sich die Bedeutung ab: Assessment Center steht für ein komplexes Aus­wahl- und Beurteilungs­ver­fahren, mit dem die Eignung eines Bewerbers oder Kandidaten für eine spezielle Position geprüft wird. Damit eignet sich dieses Verfahren ins­besondere für die Besetzung von gehobenen Stellen, für Aus­bildungs- und dualen Studien­plätzen. Hier werden entsprechend Stärken und Fähig­keiten wie fachliche Kompetenzen, Team­fähigkeit, Kreativität, soziales Ver­halten oder Spontanität in situativen Übungen, Gesprächen, Präsentationen oder Rollen­spielen auf den Prüfstand gestellt.
 
Die Kandidaten werden bis zu drei Tage lang von den Assessoren geprüft. Dabei wird ein Thema vor­gegeben, um unter­schiedliche Qualifikationen und Skills des Bewerbers ein­schätzen zu können. Zu den Prüfern können neben geschulten Mit­arbeitern oder externen Beratern durchaus auch Psychologen gehören, die die Reaktionen der Prüflinge be­obachten und analysieren. Schließlich geht es nicht nur um professionelle Kompetenzen, sondern auch um persönliche, die bei einer Personal­entscheidung eine Rolle spielen.
 

Ablauf und Aufgaben eines Assessment-Centers
 Grundsätzlich kann ein Assessment Center individuell ge­staltet werden. In der Regel besteht es jedoch aus mehreren Runden bzw. Phasen, wie zum Beispiel:
 
1. Phase: Selbstpräsentation
Der Prüfling erhält hier die Möglichkeit, seinen bis­herigen beruflichen Werde­gang vorzu­stellen und dabei auf besondere Erfolge und Leistungen einzugehen. Darüber hinaus sollte er seine Stärken und natürlich seine persönliche Eignung für die aus­geschriebene Stelle hervorheben.

2. Phase: Übungen
In dieser Runde stehen einige Übungen auf dem Programm, wie:
  • die Postkorbübung, bei der maximal 20 Teil­aufgaben nach Dringlich­keit sortiert und ent­sprechend bearbeitet werden müsse
  • Intelligenz- und Konzentrationstests und
  • ein Einzelinterview.
    •  
3. Phase: Rollenspiele oder Fallstudie
Um weitere Aspekte der Persönlichkeit, folgen verschiedene Übungen, die teilweise in der Gruppe ausgeführt werden, wie zum Beispiel:
  • die Fact-Finding-Übung, also eine Variante der Fallstudie, in der die Prüflinge Informationen zur Problemlösung durch Fragen erhalten
  • eine Gruppendiskussion, um die sozialen Kompetenzen und Durch­setzungs­fähig­keiten zu testen, oder
  • eine komplexe Fallstudie, um die Belastbarkeit und das vorhandene Fachwissen zu ermitteln.
       
4. Phase: Feedback
Auch diese Runde gibt wichtige Aufschlüsse, denn sie beinhaltet:
  • die Selbsteinschätzung des Prüflings,
  • eine Rückmeldung der Assessoren un
  • die abschließende Beurteilung.
       
Soft Skills im Assessment Center
Warum werden Soft Skills in anspruchsvollen Assessment-Centern überprüft?
Grundsätzlich sind Fachkenntnisse, IT-Skills, berufliche Erfahrungen und häufig auch Fremdsprachenkenntnisse unverzichtbar, um berufliche Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Darüber hinaus sind aber auch Soft Skills wichtig, die auch Stärken oder Kompetenzen genannt werden.

Soft Skills: Mehr als Fachwissen
Es gibt Menschen, die schneller aufgeben, weil Sie nur eine geringe Frustrationstoleranz mitbringen. Andere Menschen bringen keinen wirklichen Teamgeist mit. Und wiederum andere suchen bei Fehlern immer erst nach Schuldigen, statt nach Lösungen.
Damit ist klar, dass die Persönlichkeit von Bewerberinnen und Bewerbern für Arbeitgeber eine zentrale Rolle spielt und mithilfe von praktischen Übungen in Assessment-Centern überprüft wird.


Arten bzw. Varianten der Assessment Center
Abhängig von der jeweils zu besetzenden Stelle gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, ein Assessment Center auszuführen. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, wie viele Prüflinge getestet werden sollen. Grundsätzlich lassen sich folgende Varianten unterscheiden:

Einzel-Assessment-Center
Wie der Name schon sagt, werden in einem solchen Assessment Center einzelne Kandidaten getestet, allerdings weichen die zu lösenden Aufgaben nur in Details vom Gruppen-Assessment-Center ab. In der Regel kommt diese Variante zum Tragen, wenn eine Führungsposition zu besetzen ist - schließlich ist der Aufwand des Unternehmens deutlich größer als bei Gruppen-Varianten. Meist reicht dann aber ein Tag für das Assessment Center aus, die Ergebnisse liegen also vergleichsweise schnell vor.

Gruppen-Assessment-Center
Die Prüfung einer Gruppe von Kandidaten ist die gängige Form eines AC: Die Prüflinge werden zu einem bestimmten Termin für die vorgesehene Dauer eingeladen und mit den festgelegten Aufgaben konfrontiert. Diese sind sowohl einzeln als auch in direkter Konkurrenz oder in Zusammenarbeit zu lösen. Die Assessoren können sich dabei einen guten Eindruck zu den unterschiedlichsten Fähigkeiten machen - bis hin zur Eigenständigkeit, Kreativität und Teamfähigkeit der Prüflinge.

Online-Assessment-Center oder e-Assessments
Das Online-Assessment-Center ist insbesondere in der Corona-Krise als Alternative zu den herkömmlichen Varianten immer wichtiger geworden, eignet sich aber auch bei einer großen Anzahl von Prüfungen, zur Vorselektion relevanter Kandidaten oder bei internationalen Bewerbungs­runden. In einem Online-Assessment-Center lassen sich sehr gut Wissens-, Intelligenz- und Persönlich­keits­tests einsetzen, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Darüber hinaus ist diese digitale Variante zeit- und kostensparend.

Assessment Center für Führungskräfte
Das Assessment Center lässt sich aber auch so gestalten, dass bereits vorhandene Führungskräfte ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Hierbei können sich die Assessoren insbesondere auf die Führungs­fähig­keiten fokussieren, aber auch die sozialen und professionellen Qualitäten der Mitarbeiter testen. Über die Ergebnisse des Assessment Centers hinaus können Feedbacks der Kollegen mit in die Bewertung einbezogen werden. Unternehmen haben so die Möglichkeit, das Management auf seine Eignung und damit den Bedarf an Neubesetzungen zu prüfen. Damit ist das Assessment Center auch ein sinnvolles Instrument der Personalentwicklung.
               

Ein Assessment Center planen, durchführen und auswerten
Um es vorwegzunehmen: Der administrative Aufwand ist sehr hoch, ein Assessment Center bindet regelmäßig viel Personal, wie zum Beispiel:

  • Abhängig von der zu besetzende Stelle ist zunächst eine geeignete Form des Assessment Centers inklusive zielführender Aufgabenstellungen zu entwickeln.
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  • In der Vorbereitungsarbeit müssen geeignete Räumlichkeiten gesucht und gebucht sowie entsprechende Zeit- und Raumpläne erstellt werden. Darüber hinaus sind alle relevanten Prüflinge rechtzeitig einzuladen.
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  • Bei der Umsetzung des Assessment Centers verantworten die Mitarbeiter des Unternehmens den reibungslosen Ablauf, aber auch die Auswertung der Ergebnisse, aus denen wiederum eine Ent­scheidungs­grundlage aggregiert werden muss.
 
 
Fazit: Center Assessment Center als sinnvolles Instrument zur Auswahl geeigneter Talente
Ein Assessment Center verursacht zwar einen erheblichen Aufwand - angefangen bei der Konzeption über die Planung bis hin zur Durchführung und zur Auswertung, aber es liefert eine Fülle an Information zu den Fähigkeiten und Kompetenzen von Bewerbern oder Kandidaten. Da sich ein AC individuell auf die jeweilige Stelle zuschneiden lässt, eröffnet es nicht nur ein interessantes Potenzial bei der Besetzung von Führungspositionen, sondern vor allem als Online-Variante auch für internationale Bewerbungs­runden oder die Vorselektion großer Bewerbergruppen.

Sowohl bei der Konzeption als auch bei der Vorbereitung und Durchführung kann eine Software, die das Bewerber­management abbildet, effektiv unterstützen und den damit verbundenen personellen Aufwand reduzieren. Hier lassen sich nämlich beispielsweise die relevanten Skills erfassen, vergleichen und analysieren, aber auch die gesamte Kommunikation mit den Talenten stringent organisieren. Fehler lassen sich somit vermeiden und das Unternehmen hinterlässt einen professionellen Eindruck - in Zeiten des Wettbewerbs um Talente kann dies entscheidend sein.


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